Aja von Loeper · André Schweers · Marius Singer · Violette Elisa Seliger
paper positions. berlin 2026
Ausstellungsdauer 30. April bis 03. Mai 2026
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Liebe Besucherinnen und Besucher der paper positions berlin,
Es gibt Themen und Dinge, die nie wieder verschwinden, sobald sie erst einmal in der Welt sind; die regelrecht Karriere machen, manchmal sogar über die Jahre an Bedeutung zunehmen. Der Lippenstift in der Kosmetik, das Cabriolet in der Autoindustrie, die Jeans in der Mode - Beispiele gibt es viele und jeder kennt sie.
Und in der Kunst? Die dritte Dimension und das Spiel mit Licht und Schatten! Seit Lucio Fontana seine Leinwände mit einem Schnitt öffnete, seitdem Yves Klein Naturschwämme auf seine Paneelen nagelte und seitdem die ZERO-Künstler die Dritte Dimension und das Spiel mit Licht und Schatten zum Prinzip erhoben, ist dieses Thema omnipräsent, wird in den unterschiedlichsten Varianten bearbeitet und überrascht immer wieder durch verblüffende neue Ansätze.
Jüngere, erfolgreiche Künstlerinnen und Künstler nehmen und nutzen dieses Gestaltungselement, arbeiten es neu aus und im besten Fall versehen sie ihre Arbeiten mit aktuellen Inhalten und Botschaften, die genau in unsere Zeit passen. Ihre weißen Reliefs sind vielfältig und spielen mit den unterschiedlichsten Möglichkeiten: von organisch anmutenden Motiven über Liniaturen als Papierguss bis zu scherenschnittartigen Dopplungen und pastosem Farbauftrag erzählen sie die Botschaften ihrer Schöpferinnen und Schöpfer. Sie erzählen von der Zerbrechlichkeit der Natur und der Notwendigkeit, sie zu erhalten; sie erzählen über das schon fast vergessene aber so wichtige Urvertrauen in das Leben; sie zeigen uns, dass es sich lohnt, hinter der Oberfläche eine zweite oder gar dritte Bedeutungsebene zu suchen, denn eine Fassade verbirgt oft nur, was zu finden sich lohnt.
Im Einzelnen präsentieren wir die an organische Formen der Natur erinnernden „Weißen Blätter“ von Aja von Loeper, die unter vielen anderen Auszeichnungen im Jahre 2022 den Paper Art Award (Bronze) des Hauses des Papiers, Berlin, und den SI-Kunstpreis (Soroptimist International) der europäischen Metropolregion Nürnberg erhielt.
Die aus gegossenem weißem Papier hergestellten „Scipturale“ und „Faltungen“ des Plastikers André Schweers, die an Texturen, Liniaturen und an Geschriebenes als Wissensspeicher der Menschheit dienen können und sollen, werden ebenso am Stand der Galerie Geißler Bentler gezeigt.
Violetta Elisa Seliger, die in Berlin zu Hause ist, präsentiert ihre dreidimensionalen Papierschnitte und Reliefs in schwarz-weiß, die eine große Transparenz und Leichtigkeit ausstrahlen und die vielschichtig hintereinander in die Tiefe des Raums gestaffelt sind. Sie vermitteln Durchblicke und Einblicke in tiefer gelegene Räume und Ebenen.
Die malerische Position mit seinen in weiß und schwarz gearbeiteten „Abstrakten Landschaften“ vertritt Marius Singer. Sein pastoser Farbauftrag modelliert eigentlich abstrakte Gemälde, die aber von uns nur all zu gern als „Landschaft“ identifiziert werden, da der Künstler uns in irgend einer Form immer einen Horizont schenkt.
Der lediglich in weiß und schwarz auf grauem Hintergrund gestaltete Stand unserer Galerie zeichnet sich damit durch große Einheitlichkeit in großer Vielschichtigkeit aus. All dieses finden Sie am Stand der Galerie Geißler Bentler aus Bonn. Ein Besuch, aber vor allen Dingen ein Gespräch, lohnt sich.
Herzlichst
Ihre Jenny Geißler-Bentler und Bernd Bentler